# Vlad Țepeș und Kronstadt: die wahre Geschichte hinter Dracula

> Vlad der Pfähler und die Kronstädter Sachsen: Handelsstreit und Überfälle 1456–1460, Briefe an den Rat, Flugschriften und Orte in Brașov.

- Originalseite: https://wowbrasov.com/de/vlad-tepes-und-seine-verbindung-zur-legendaeren-geschichte-von-dracula
- Sprache: de
- Autorin: Diana
- Zuletzt aktualisiert: 2026-10-10
- Fakten geprüft: 2026-10-10

## Auf einen Blick

- **Zeitbedarf:** 1–2 Stunden für die Orte in Kronstadt, zu Fuß
- **Anreise:** Das Rathaus (Casa Sfatului) steht am Rathausplatz (Piața Sfatului) mitten in der Altstadt
- **Herrschaft in der Walachei:** 1448, 1456–1462 und 1476
- **Konflikt mit Kronstadt:** 1456–1460; Frieden bis Juli 1460
- **Törzburg (Bran):** Kein Beleg, dass er dort wohnte, sie besaß oder eroberte (geprüft 2026-10-10; Quelle: https://bran-castle.com/pages/count-dracula)
- **Seine Briefe:** Im Kronstädter Stadtarchiv, das 1923 vom Rathaus in die Schmiedebastei umzog (geprüft 2026-10-10; Quelle: https://www.brasovistorie.ro/despre-muzeu/istoria-cladirilor/casa-sfatului)
- **Adresse:** Casa Sfatului, Piața Sfatului 30, Brașov
- **Karte:** https://www.google.com/maps/search/?api=1&query=Casa+Sfatului%2C+Pia%C8%9Ba+Sfatului+30%2C+Bra%C8%99ov

Vlad III. Țepeș, Fürst der Walachei und der historische „Dracula“, hatte mit Kronstadt (Brașov) eine enge und gewalttätige Beziehung. Zwischen 1456 und 1460 überfiel er Dörfer und Vorstädte rund um Kronstadt, weil die Stadt seine Rivalen unterstützte. Die Törzburg (Schloss Bran) hat trotz aller Werbung keine belegte Verbindung zu ihm.

Der Artikel gehört zu unseren [Tagesausflügen ab Kronstadt](https://wowbrasov.com/de/tagesausfluege-ab-brasov). Zur Burg und zu Bram Stokers Roman lesen Sie [Törzburg (Schloss Bran): Tickets, Öffnungszeiten, Geschichte](https://wowbrasov.com/de/schloss-bran-geschichte-und-legenden-von-draculas-festung-in-siebenbuergen).

## Wer war Vlad Țepeș?

Er handelte mit den sächsischen Kaufleuten von Kronstadt und schrieb ihrem Rat. Die Schauergeschichten, die ihn berühmt machten, entstanden zu einem guten Teil auf sächsischer Seite. In Kronstadt finden sich seine Spuren vor allem im Archiv.

- **Der Name:** Sein Vater, Vlad II., hieß *Dracul*, nachdem er in den Drachenorden aufgenommen worden war, den König Sigismund von Ungarn gegen die Osmanen gegründet hatte. „Draculea“ heißt „Sohn des Dracul“. *Țepeș*, „der Pfähler“, kommt von seiner bevorzugten Strafe.
- **Die Daten:** geboren um 1428–1431. Er herrschte dreimal über die Walachei, das Fürstentum südlich der Karpaten: kurz 1448, von 1456 bis 1462 und erneut 1476. Er fiel um den Jahreswechsel 1476/77 im Kampf.
- **Zwischen den Mächten:** Die Walachei lag zwischen dem Königreich Ungarn, zu dem damals Siebenbürgen und Kronstadt gehörten, und dem Osmanischen Reich. Vlad verbrachte einen Teil seiner Jugend als Geisel bei den Osmanen; den Thron gewann er 1456 mit ungarischer Hilfe.

## Warum Kronstadt für ihn wichtig war

Kronstadt war die wichtigste Handelsstadt des Burzenlands, der Ebene im Karpatenbogen. Seine Kaufleute zogen über die Pässe, darunter den bei der Törzburg, und besaßen Handelsprivilegien in der Walachei. Damit war die Stadt der wichtigste Handelspartner des Fürstentums.

Zugleich war Kronstadt Zufluchtsort für walachische Exilanten und Thronanwärter, und genau daraus entstand der Ärger. Im Februar 1452 verbot Johann Hunyadi, der Reichsverweser Ungarns, den Bürgern, Vlad aufzunehmen. Bis Juli 1456 hatte sich das Blatt gewendet: Hunyadi teilte Kronstadt mit, er habe Vlad die Verteidigung der siebenbürgischen Grenze übertragen.

## Die Briefe an den Kronstädter Rat

Vlads Beziehungen zu Kronstadt sind ungewöhnlich gut belegt, weil die Stadt seine Briefe aufbewahrte; sie liegen bis heute im Stadtarchiv. Historiker datieren danach mehrere Wendepunkte:

- **10. September 1456:** sein erster erhaltener Brief als Fürst, an die Kronstädter Bürger. Er verspricht Schutz, falls die Osmanen Siebenbürgen angreifen, und bittet um Hilfe, falls sie die Walachei besetzen. Im selben Brief argumentiert er, ein starker Fürst schließe Frieden zu seinen Bedingungen, ein schwacher sei den stärkeren Nachbarn ausgeliefert.
- **Mai 1458:** Er bittet Kronstadt, Handwerker in die Walachei zu schicken.
- **26. Juli 1460:** Nach zwei Jahren Konflikt nennt er die Bürger wieder „Brüder und Freunde“.
- **7. Oktober 1476:** Während er sich mit ungarischer Unterstützung auf die Rückeroberung des Throns vorbereitet, hält er sich in Kronstadt auf und bestätigt den Kaufleuten ihre Handelsprivilegien in der Walachei.

Der Kronstädter Rat tagte in einem Raum an der Stelle des heutigen Rathauses (Casa Sfatului) am Rathausplatz: Eine Urkunde vom 23. Dezember 1420 erlaubte, dort eine Kammer „zur Rechtsprechung“ und für die Sitzungen des Magistrats zu bauen. Das Stadtarchiv lag laut Kreismuseum für Geschichte bis 1923 im Rathaus und kam dann in die Schmiedebastei (Bastionul Fierarilor). Die vollständigen Texte sind im *Corpus Draculianum* veröffentlicht, der wissenschaftlichen Edition der Dokumente zu Vlad.

*Das Rathaus am Rathausplatz. Der Rat, an den Vlad schrieb, tagte an dieser Stelle; der Turm und der größte Teil des Gebäudes sind jünger.*

## Handelskrieg und Überfälle, 1456–1460

Der Konflikt hatte zwei Ursachen, die sich gegenseitig verstärkten: Die sächsischen Städte nahmen Vlads Thronrivalen auf und unterstützten sie, und beide Seiten stritten über den Handel.

- **Die Rivalen.** Kronstadt unterstützte Dan III., einen Bruder des Fürsten, den Vlad 1456 getötet hatte; Hermannstadt (Sibiu) stand hinter einem anderen Anwärter. 1457 zog Vlad über die Berge und plünderte Dörfer rund um Kronstadt und Hermannstadt. Die frühesten deutschen Erzählungen berichten, er habe die Bewohner eines sächsischen Dorfes in die Walachei verschleppt und pfählen lassen.
- **Ein kurzer Frieden.** In einem mit dem ungarischen Magnaten Michael Szilágyi ausgehandelten Ausgleich, an dem Vlads Gesandte beteiligt waren, sagte Kronstadt zu, Dan auszuweisen. 1458 war das Verhältnis gut genug, dass Vlad um Kronstädter Handwerker bat.
- **Der Handel.** Gegen Ende 1458 kippte es wieder. Eine These besagt, Vlad habe sächsischen Kaufleuten das Land verboten und sie gezwungen, ihre Waren auf Grenzmärkten zu verkaufen; der Historiker Kurt Treptow weist aber darauf hin, dass solche Maßnahmen nicht belegt sind, und 1476 erklärte Vlad, er habe stets den freien Handel gefördert.
- **Ein belegter Streit.** Kronstadt beschlagnahmte Stahl, den ein walachischer Kaufmann in der Stadt gekauft hatte, ohne ihm das Geld zu erstatten, und Vlad rächte sich an sächsischen Kaufleuten.
- **Die Vorwürfe.** 1459 schrieben die Thronanwärter Basarab Laiotă und Dan III. an den Kronstädter Rat, Vlad habe sächsische Kaufleute ausgeraubt und gefoltert. Ein Brief behauptet, er habe 41 Kaufleute aus Kronstadt und dem Burzenland pfählen und 300 Knaben verbrennen oder pfählen lassen. Beide wollten Vlads Thron; ihre Zahlen zeugen von Angst, nicht von einer Zählung.
- **Der Überfall.** Dan III. fiel in die Walachei ein und wurde vor dem 22. April 1460 von Vlad besiegt und hingerichtet. Danach zog Vlad nach Südsiebenbürgen, brannte die Kronstädter Vorstädte nieder und ließ die Gefangenen pfählen. Die Quellen sind beim Jahr uneins: Die Chronik der Törzburg und National Geographic datieren den Angriff auf 1459.
- **Frieden.** Bis zum 26. Juli 1460 hatten sich beide Seiten wieder vertragen, und Vlad nannte die Bürger erneut seine Freunde.

## Wie die Flugschriften seinen Ruf machten

Das Bild vom sadistischen Vlad stammt vor allem aus deutschen Erzählungen, die ab den frühen 1460er-Jahren umliefen. Ihre erste Fassung schrieb wahrscheinlich ein Gelehrter in Kronstadt; sie spiegelt die Sicht der Sachsen aus Kronstadt und Hermannstadt, die am meisten unter seinen Überfällen gelitten hatten. Sie zählen die zerstörten sächsischen Dörfer und Kirchen mit Datum auf, was auf einen Augenzeugen deutet, häufen aber auch Gräuel an, die Historiker mit Vorsicht lesen.

Drei Dinge machten daraus eine europäische Sensation:

- **Politik.** 1462 ließ König Matthias Corvinus Vlad festnehmen und begründete das mit Briefen, angeblich von Vlad an den Sultan, die die meisten Historiker für Fälschungen halten. Der Historiker Radu Florescu brachte die Fälschung mit einem sächsischen Priester aus Kronstadt in Verbindung. Schauergeschichten über Vlad kamen dem König gelegen.
- **Vortrag.** Der Dichter Michael Beheim schrieb ein langes Gedicht über Vlads Grausamkeiten und trug es im Winter 1463 am Hof Kaiser Friedrichs III. in Wiener Neustadt vor.
- **Buchdruck.** Als Flugschriften mit drastischen Holzschnitten auf dem Titelblatt gedruckt, etwa in Nürnberg 1488 und 1499 und in Straßburg 1500, wurden die Geschichten zu einigen der ersten Bestseller im deutschen Sprachraum. Das berühmte Bild von Vlad, der zwischen Gepfählten speist, stammt aus diesen Ausgaben.

Die Opferzahlen der Flugschriften gehen in die Zehntausende, mehr als die meisten Städte der Zeit Einwohner hatten. Russische Fassungen der Geschichten zeichnen dagegen ein gemischtes Bild: grausam, aber ein Herrscher, der Ordnung hielt. Vier Jahrhunderte später lieh sich Bram Stoker für seinen Vampir den Namen „Dracula“ und kaum mehr.

## Was in und um Kronstadt wirklich mit ihm zu tun hat

**Belegte Verbindungen**

- **Das Rathaus am Rathausplatz.** Der Rat, der seine Briefe erhielt, tagte an dieser Stelle. Heute ist hier das Kreismuseum für Geschichte; siehe unseren [Museumsführer für Kronstadt](https://wowbrasov.com/de/die-besten-museen-in-brasov-entdecken) und unseren Artikel zu den [Wahrzeichen von Kronstadt](https://wowbrasov.com/de/5-wahrzeichen-in-brasov).
- **Die Schmiedebastei.** Das Stadtarchiv mit seinen Briefen liegt seit 1923 hier. Es ist ein Archiv, kein Museum.
- **Die Vorstädte und Dörfer des Burzenlands.** Hier schlugen seine Überfälle zu. Heute erinnert nichts daran. Die Vorstädte lagen außerhalb der Stadtmauer und waren deshalb ungeschützt; ein großer Teil der Mauer und die meisten Basteien, die Sie heute sehen, entstanden oder wurden erneuert, nachdem er gelebt hatte. Unser [Stadtführer Kronstadt](https://wowbrasov.com/de/die-stadt-brasov) stellt Mauer und Basteien vor.
- **Der Pass bei Bran.** Laut Chronik der Törzburg zog sein Heer über diesen Pass nach Kronstadt. Die Zollstelle am Fuß der Burg erhob die Abgaben auf dieser Straße.

**Nicht belegt**

- **Die Törzburg.** Kein Dokument zeigt, dass er sie bewohnte, besaß oder eroberte; das Schloss selbst sagt, es sei nicht bekannt, ob er sie je einnahm. Die Geschichte, er sei 1462 dort gefangen gewesen, stammt aus einem Buch von 2002, nicht aus einer zeitgenössischen Quelle. Die ganze Geschichte von Fakt und Fiktion steht im Dracula-Abschnitt unseres [Artikels zur Törzburg](https://wowbrasov.com/de/schloss-bran-geschichte-und-legenden-von-draculas-festung-in-siebenbuergen).
- **Die Zinne (Tâmpa).** Stadtführungen zeigen oft auf die Zinne, den Hausberg über der Altstadt, als Ort der Massenpfählungen aus den Flugschriften. Keine Quelle der Zeit nennt den Ort; betrachten Sie es als Überlieferung.

## Häufige Fragen

### War Vlad der Pfähler in Kronstadt?

Ja. Seine Truppen plünderten 1457 die Dörfer um Kronstadt und brannten 1459 oder 1460 die Vorstädte nieder. Im Oktober 1476 hielt er sich in Kronstadt auf und bestätigte den Kaufleuten ihre Handelsprivilegien.

### Warum griff Vlad Țepeș Kronstadt an?

Weil Kronstadt seine Rivalen um den walachischen Thron aufnahm und unterstützte, vor allem Dan III., und weil beide Seiten über Handel und Kaufmannsgüter stritten.

### Wo werden Vlads Briefe an Kronstadt aufbewahrt?

Im Kronstädter Stadtarchiv, das bis 1923 im Rathaus lag und dann in die Schmiedebastei kam. Die Texte sind im *Corpus Draculianum* veröffentlicht.

### War Vlad Țepeș auf der Törzburg?

Es gibt keinen Beleg, dass er dort wohnte oder die Burg besaß. Seine Heere nutzten aber den Pass bei Bran zwischen Walachei und Siebenbürgen.

### Ist Graf Dracula Vlad Țepeș nachempfunden?

Nur lose. Stoker übernahm den Namen „Dracula“ und ein paar Brocken walachischer Geschichte; der Vampir ist seine Erfindung. Was Stoker wusste, erklärt unser [Artikel zur Törzburg](https://wowbrasov.com/de/schloss-bran-geschichte-und-legenden-von-draculas-festung-in-siebenbuergen).

## Quellen

- Kreismuseum für Geschichte Brașov: [Geschichte des Rathauses](https://www.brasovistorie.ro/despre-muzeu/istoria-cladirilor/casa-sfatului) (Ratskammer 1420, Umzug des Archivs 1923)
- Schloss Bran: [historische Chronik](https://bran-castle.com/pages/historical-chronology) und [Graf Dracula](https://bran-castle.com/pages/count-dracula)
- National Geographic: [Vlad the Impaler's thirst for blood was one inspiration behind Count Dracula](https://www.nationalgeographic.com/history/history-magazine/article/vlad-the-impalers-thirst-for-blood-was-one-inspiration-behind-count-dracula)

Weiterführende Literatur, aus der die meisten Daten oben stammen:

- Kurt W. Treptow, *Vlad III Dracula: The Life and Times of the Historical Dracula* (Center for Romanian Studies, 2000)
- Radu R. Florescu und Raymond T. McNally, *Dracula, Prince of Many Faces* (Little, Brown, 1989)
- Thomas M. Bohn, Adrian Gheorghe und Albert Weber (Hrsg.), *Corpus Draculianum*, Bd. 1: *Briefe und Urkunden* (Harrassowitz, 2017–2018)

---

Quelle: Wow Brașov, https://wowbrasov.com/de/vlad-tepes-und-seine-verbindung-zur-legendaeren-geschichte-von-dracula
