Törzburg (Schloss Bran): Tickets, Öffnungszeiten, Geschichte

Die Kronstädter bauten sie ab 1377 als Zollburg, 1920 schenkten sie sie Königin Maria. Dracula hat hier nie gewohnt.

Von Diana Aktualisiert 9 Min. Lesezeit
Die Törzburg auf ihrem Felsen, dahinter bewaldete Hügel Foto: Shubham Singh auf Unsplash
Auf dieser Seite
  1. Lohnt sich der Besuch?
  2. Anreise ab Kronstadt
  3. Eintritt und Öffnungszeiten
  4. Was Sie sehen
  5. Die echte Geschichte
  6. Dracula: Fakt und Fiktion
  7. Tipps
  8. Kombinieren mit
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen
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Halloween: Vom 24. bis 30. Oktober wird der Standardbesuch zur Themenführung (ab 100 Lei), am 31. Oktober kosten Tickets ab 300 Lei, der 1. November ist Familientag. Am 7. November ist wegen einer privaten Veranstaltung um 15:00 letzter Einlass.

Für die Standard-Tour durch die Törzburg (Schloss Bran) zahlen Erwachsene 100 Lei (rund 20 €). Die Burg öffnet um 09:00, montags erst um 12:00. Für Burg und Park sollten Sie 1–2 Stunden einplanen.

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Hier geht es um Tickets, den Rundgang und die echte Geschichte der Burg. Wie Sie mit Bus oder Auto hinkommen, wo Sie parken und wann der letzte Bus zurückfährt, lesen Sie in unserem Artikel von Kronstadt zur Törzburg. Beide Artikel gehören zu unseren Tagesausflügen ab Kronstadt.

Lohnt sich der Besuch?

Ja, solange Sie wissen, was Sie erwartet. Die Törzburg ist eine kompakte mittelalterliche Grenzburg auf einem Felsen über einem der alten Pässe zwischen Siebenbürgen und der Walachei. Die Kronstädter bauten sie zwischen 1377 und 1388 als Zollburg. In den 1920er-Jahren wurde sie zu einem bewohnten Königssitz umgebaut, ab 1920 war sie die Sommerresidenz von Königin Maria. Die Räume sind klein und der Rundgang ist kurz. Für einen halben Tag ab Kronstadt passt das gut.

Wenn Sie nur wegen Dracula kommen, erwarten Sie besser nicht zu viel. Nichts belegt, dass Vlad der Pfähler je hier gewohnt hat. Über den echten Vlad Țepeș erfahren Sie in der Burg kaum etwas. Das Vampirthema ist Marketing, das über die eigentliche Geschichte gelegt wurde. Und wenn Sie prunkvolle Schlossräume sehen möchten, sind Sie auf Schloss Peleș in Sinaia besser aufgehoben.

Anreise ab Kronstadt

Bran liegt 30 km südwestlich von Kronstadt an der DN73. Der Transbus fährt ab Autogara 2 von 07:00 bis 21:00 jede volle Stunde. Die Fahrt kostet 15 Lei und dauert rund 55 Minuten. Denken Sie an die Rückfahrt: Der letzte Bus verlässt Bran um 19:38. Mit dem Auto sind Sie in etwa 35 Minuten dort. Fahrpläne, Parkplätze und Taxis finden Sie im Artikel von Kronstadt zur Törzburg.

Eintritt und Öffnungszeiten

Die Preise stammen von der Website des Schlosses, geprüft am 10. Oktober 2026:

TicketErwachseneKinder (5–17)Enthalten
Standard-Tour100 Lei40 LeiBurg und Königspark
Royal Tour + Fast Pass170 Lei110 LeiEigene Einlassspur, Zeittunnel, Folterkammer, Erinnerungsfoto
Royal Tour mit Führung + Fast Pass210 Lei150 LeiWie oben, plus Führung auf Englisch oder Rumänisch, stündlich zur vollen Stunde
  • Weitere Preise der Standard-Tour: Studierende mit Ausweis zahlen 60 Lei, Besucher ab 65 Jahren 70 Lei und Schulgruppen ab 20 Kindern 30 Lei pro Kind. Kinder unter 5 Jahren und Menschen mit Behinderung kommen kostenlos hinein.
  • Zusätze zur Standard-Tour: Der Zeittunnel kostet 30 Lei, die Folterkammer ebenfalls 30 Lei. Beides können Sie auch noch am Eingang dazubuchen.
  • Öffnungszeiten: Vom 1. April bis 1. November ist dienstags bis sonntags von 09:00 bis 19:00 geöffnet, montags von 12:00 bis 19:00. Vom 2. November bis 31. März gelten dienstags bis sonntags 09:00–18:00 und montags 12:00–18:00. Die jeweils spätere Uhrzeit gibt das Schloss als letzten Einlass an. Einen festen Ruhetag gibt es nicht, aber Veranstaltungen können den Tag verkürzen: Am 7. November 2026 ist schon um 15:00 letzter Einlass.
  • Ausweis: Für Kinder- und Seniorentickets brauchen Sie einen Ausweis, für Studententickets Ihren Studierendenausweis.
  • Buchung: Tickets bekommen Sie online auf bran-castle.com. Laut Schloss sind sie oft lange im Voraus ausverkauft, vor allem im Sommer.

Was Sie sehen

Bei der Standard-Tour gibt es keine Führung. Sie gehen den Rundgang durch die Burg in Ihrem eigenen Tempo und danach hinaus in den Königspark.

  • Die Räume. 1920 schenkte die Stadt Kronstadt die Burg Königin Maria, und die Königin richtete sie als Familiensitz ein. Laut Schloss ließ sie eine Wendeltreppe zwischen den oberen Stockwerken einbauen und die Räume mit geschnitzten Möbeln sächsischer und rumänischer Handwerker ausstatten, dazu mit Keramik, Glasfenstern und Textilien. Rechnen Sie also mit weiß gekalkten Gewölberäumen, Holzböden und kleinen Fenstern zum Tal, nicht mit Prunksälen.
  • Innenhof und Brunnen. Der Innenhof ist das Herz der mittelalterlichen Burg. Der Brunnen ist laut Schloss 57 Meter tief, und trotzdem reichte das Wasser nicht. Später pumpte man es aus Quellen im Tal hinauf.
  • Der Zeittunnel (Zusatz, 30 Lei). Weil Königin Maria an Arthritis litt, bekam sie einen Aufzug zwischen Burg und Park. Der Zeittunnel folgt diesem Weg durch den alten Brunnenschacht, begleitet von einer Multimedia-Schau zur Geschichte der Burg. In den Royal-Tour-Tickets ist er schon enthalten, samt Erinnerungsfoto am Ende.
  • Die Folterkammer (Zusatz, 30 Lei). In den älteren Steinräumen sehen Sie Strafwerkzeuge wie Nagelstuhl, Streckbank, Daumenschrauben und eine Eiserne Jungfrau. Das Schloss schreibt selbst, dass die Objekte die Epoche allgemein zeigen und nicht, was in Bran geschah. Die Räume dienten nach seinen Angaben eher als Lager, Wachstuben oder Arrest für Schmuggler.
  • Der Königspark. Unterhalb der Burg legte Königin Maria einen englischen Park mit zwei Teichen und einem Teehaus an. Mit jedem Ticket dürfen Sie hinein. Am Fuß der Burg liegt das Restaurant Queen Maria’s Tea House.
Weiß gekalkter Raum in der Törzburg mit Liege, schmiedeeisernem Leuchter, Teppich und einer Bronzebüste von Königin Maria Foto: Diana
Einer der eingerichteten Räume, mit einer Bronzebüste von Königin Maria auf rotem Sockel.

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Die echte Geschichte

Bran liegt oben an einem Pass. Hier verlief einer der wichtigsten Handelswege zwischen Siebenbürgen und der Walachei. Die Zeittafel folgt der historischen Chronik des Schlosses.

  • 1211–1225: Der Deutsche Orden erhält das Burzenland und baut in Bran eine erste Befestigung, bevor er vertrieben wird.
  • 19. November 1377: König Ludwig I. von Ungarn erlaubt den Kronstädtern, hier eine Burg zu bauen, und ruft die Sachsen des ganzen Distrikts zur Mithilfe auf. Auf Deutsch heißt sie Törzburg, auf Ungarisch Törcsvár.
  • 1388: Der Bau ist fertig. Die Burg schützt vor osmanischen Einfällen und ist zugleich Zollstation: Für Waren, die über die Grenze gehen, behält sie 3 % ihres Werts ein.
  • 1407: Sigismund von Luxemburg überlässt sie Mircea dem Alten, dem Fürsten der Walachei, als Zufluchtsort. Nach Mirceas Tod holt Sigismund sie 1419 zurück.
  • 1498: Kronstadt leiht dem König 1.000 Gulden und darf dafür Burg und Zoll zehn Jahre lang nutzen.
  • 1651: Kronstadt kauft die Burg von Fürst Georg II. Rákóczi.
  • 1836: Die Grenze rückt auf den Gebirgskamm. Damit verliert Bran seine militärische Rolle und auch den Zoll.
  • 1. Dezember 1920: Der Kronstädter Stadtrat unter Bürgermeister Karl Schnell schenkt die Burg Königin Maria von Rumänien.
  • 1920–1932: Der tschechische Architekt Karel Liman baut die Burg zur königlichen Sommerresidenz um. 1932 bringt ein kleines Wasserkraftwerk am Bach Turcu elektrisches Licht in die Burg und die Dörfer ringsum.
  • 1938–1948: Nach Marias Tod 1938 erbt ihre Tochter, Prinzessin Ileana, die Burg. 1940 wird Marias Herz aus Baltschik hierhergebracht und in einer Kapelle auf der anderen Talseite beigesetzt (heute ist es nicht mehr dort). Ileana führt während des Krieges und danach ein Krankenhaus in Bran, bis das kommunistische Regime sie 1948 ins Exil zwingt.
  • 1956: Die Burg wird staatliches Museum.
  • 2006–2009: Nach einem Gerichtsverfahren geht sie an Ileanas Erben zurück. Heute betreibt sie die Familiengesellschaft Bran Domain Management Company.

Nach eigenen Angaben zählt das Schloss rund eine Million Besucher im Jahr, und 2026 hat ein neues Restaurierungsprogramm begonnen.

Dracula: Fakt und Fiktion

Die Törzburg wird als „Draculas Schloss“ vermarktet. Damit Sie nicht durcheinanderkommen, trennen Sie am besten drei Dinge: Bram Stokers Roman, den echten Vlad III. und die Burg selbst.

Der Roman. Graf Dracula ist ein erfundener Vampir aus Bram Stokers Roman Dracula von 1897. Stoker war nie in Rumänien. Im Buch steht das Schloss des Grafen am Borgo-Pass im Norden Siebenbürgens, fast 200 km Luftlinie nördlich von Bran. Auf den Namen stieß Stoker laut National Geographic 1890, in einem Buch von William Wilkinson über die Walachei und die Moldau aus dem Jahr 1820. Dort heißt es, „Dracula“ bedeute in der walachischen Sprache „Teufel“.

Warum Bran? Das Schloss erklärt es so: Es sei die einzige Burg in Siebenbürgen, die zu Stokers Bild einer Festung auf einem Felsen über einem Flusstal passt. Außerdem habe Stoker womöglich einen Stich der Burg in Charles Boners Buch über Siebenbürgen von 1865 gesehen. Das nennt das Schloss selbst eine Vermutung, keine belegte Quelle. Die Folklore lieferte der Volksglaube an Strigoi, untote Geister.

Der echte Vlad. Vlad III. Țepeș war 1448, 1456–1462 und 1476 Fürst der Walachei. Den Namen „Dracula“ trug er nach seinem Vater, einem Mitglied des Drachenordens. Seine Heere zogen über den Pass bei Bran, und 1456–1460 kämpfte er gegen die Kronstädter Sachsen. Kein Dokument zeigt aber, dass er die Burg besaß, bewohnte oder eroberte. Auch das Schloss selbst sagt, davon sei nichts bekannt.

Vielleicht hören Sie, er sei 1462 zwei Monate hier gefangen gewesen. Diese Geschichte stammt aus einem Buch von 2002, das das Schloss zitiert, und nicht aus einer Quelle aus Vlads Zeit. National Geographic sagt es noch deutlicher: Die Burg hat keine Verbindung zu ihm.

Was bleibt: Kommen Sie wegen der mittelalterlichen Zollburg und wegen Königin Marias Zuhause, und überlassen Sie Dracula dem Souvenirladen. Die belegte Geschichte von Vlad und Kronstadt, vom Handelsstreit bis zu seinen Briefen an den Stadtrat, lesen Sie in unserem Artikel Vlad Țepeș und Kronstadt.

Die Törzburg auf ihrem Felsen über einer grünen Wiese und einem Holzhaus auf dem Gelände darunter Foto: Unsplash
Die Burg vom Gelände unterhalb aus gesehen. Jedes Ticket schließt den Königspark ein.

Tipps

  • Für Sommerwochenenden online buchen. Das Schloss warnt, dass die Tickets in den Sommermonaten lange im Voraus ausverkauft sind.
  • Montags erst ab 12:00. An allen anderen Tagen öffnet die Burg um 09:00.
  • Mit leichtem Gepäck kommen. Wegen verstärkter Sicherheitskontrollen bittet das Schloss Sie, so wenig Gepäck wie möglich mitzubringen. Haustiere müssen draußen bleiben, Assistenztiere dürfen mit hinein.
  • An Halloween sieht der Besuch anders aus. Vom 24. Oktober bis 1. November gibt es Themenführungen zu anderen Preisen. Am teuersten ist der 31. Oktober.
  • Den letzten Bus nicht verpassen. Wenn Sie mit dem Bus gekommen sind: Der letzte nach Kronstadt fährt um 19:38 ab Bran Centru.

Kombinieren mit

  • Rosenau (Râșnov): Es liegt an derselben Straße, rund 13 km vor Bran. Die Rosenauer Burg selbst ist wegen Restaurierung geschlossen, offen sind nur Burggarten und Báthory-Turm. Der Eintritt kostet 10 Lei, Sie können nur mit Karte zahlen, und Kinder unter 12 Jahren kommen kostenlos hinein (Mitteilung der Stadt vom August 2025). Mehr dazu im Artikel von Kronstadt zur Törzburg.
  • Zernescht (Zărnești) und das Bärenreservat Libearty: Von Rosenau ist es nur eine kurze Fahrt. Alles Weitere steht in unserem Artikel zum Bärenreservat Libearty.
  • Schloss Peleș: Es steht in Sinaia, an einer anderen Straße ab Kronstadt. Beides an einem Tag schaffen Sie nur mit dem Auto oder einer Tour. Wie das geht, lesen Sie in Törzburg und Peleș an einem Tag.

Häufige Fragen

Was kostet der Eintritt in die Törzburg?

In der Standard-Tour zahlen Erwachsene 100 Lei, Studierende 60 Lei, Besucher ab 65 Jahren 70 Lei und Kinder von 5 bis 17 Jahren 40 Lei. Kinder unter 5 Jahren kommen kostenlos hinein. Die Royal Tour mit Fast Pass kostet 170 Lei.

Muss ich die Tickets vorab buchen?

Im Sommer ja. Laut Schloss sind die Tickets in den Sommermonaten oft lange im Voraus ausverkauft. Es empfiehlt, online zu buchen: So ist Ihnen der Einlass sicher, und Sie bekommen den besten Preis.

Wie viel Zeit brauche ich?

Für Burg und Park brauchen Sie 1–2 Stunden. Mit der Anreise ab Kronstadt wird ein halber Tag daraus.

Ist die Burg montags geöffnet?

Ja, ab 12:00. An den anderen Tagen öffnet sie schon um 09:00.

Hat Dracula in der Törzburg gelebt?

Nein. Graf Dracula ist eine Romanfigur. Und dass der echte Vlad der Pfähler die Burg bewohnt, besessen oder erobert hat, ist nirgends belegt.

Was ist der Zeittunnel?

Ein Zusatz für 30 Lei. Er führt Sie auf dem Weg von Königin Marias Aufzug durch den alten Brunnenschacht von der Burg in den Park, mit einer Multimedia-Schau zur Geschichte der Burg. In den Royal-Tour-Tickets ist er schon enthalten.

Wem gehört die Törzburg?

Den Erben von Prinzessin Ileana von Rumänien. Sie haben die Burg 2006 zurückbekommen. Heute betreibt sie die Familiengesellschaft Bran Domain Management Company.

Quellen

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Was sich geändert hat

  • Neu geschrieben mit Preisen, Öffnungszeiten und Zusatzangeboten 2026, einer belegten Geschichte der Burg und dem Abschnitt „Dracula: Fakt und Fiktion“, der aus unserem Vlad-Țepeș-Artikel hierher verschoben wurde.